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Afrika du wunderschönes Kontinent – Einfach eine Impression

Ich schlendere so durch die Strassen dieser fast schon surealen Stadt, so viele Menschen, so viel Armut, soviel Schmutz, soviel Prostitution – nicht schön. Soviel Reichtum wenn ich mir diese Menschen und deren Natur anschaue, überall lächeln sie, überall sind sie – eben trotz der Armut – irgendwie glücklich und zufrieden mit dem, was sie haben.

Ein Land welches eigentlich zur Kategorie „Paradies“ zählen dürfte, überall Palmen, wunderschöne Gärten und Früchte und dann ist da noch der Parasit, der sich aufgemacht hat, alles zu verbessern: der gute weisse Mann, der alles bringt, was den Menschen fehlt: Dinge wie Bildung, Nahrung, Kleidung, Religion, Zivilisation.

Da muss sich der schwarze Ureinwohner doch eigentlich dankbar zeigen, soviel wird für ihn getan, oder? Stimmt, wenn da nicht vorher was gewesen wäre – und leider oft noch immer ist -. Wie war das noch mal mit der Sklaverei, den Diamanten, den billigen Arbeitskräften, dem Kaffee? Ach ja, das hat der gute weisse Mann ja erst einmal für sich beansprucht die letzten 500 Jahre. Also im Grunde alles was diese Menschen hätten für sich selbst beanspruchen können, um eine Nation mit guter Bildung und unglaublichem Reichtum zu werden. Dieser Reichtum jedoch ist nicht bei dem Ureinwohner angekommen, er wurde schön unter den Unterdrückern und Ausbeutern aufgeteilt.


Wann immer ich in dieses Land reisen darf, fühle ich diese Scham einer Menschengruppe anzugehören, die keine dunkle Hautfarbe um ihre Seele hüllt und sich mit einer christlichen Institution – nein einem Milliarden Business – namens Kirche schmückt. Eigentlich muss es so sein, dass wir dort anreisen, helfen und uns dafür bedanken, dass man uns nicht anspuckt und diese Hilfe zulässt. Wie reich und selbständig wäre dieses Land, wie viele hunderte von Millionen Menschen würden dort heute ihr Leben leben ohne Angst vor Bürgerkrieg zu haben, vielleicht – nein hundertprozentig – hätte es so einige Nobelpreisträger und herausragende Wissenschaftler (mehr) gegeben unter all den unterdrückten Menschen.

Geregeltes Chaos wo man hinschaut, eine angekratzte Natur und eine wachsende Nation, die leider noch nicht verstanden hat, welches unglaubliche Geschenk die Erde ihr gemacht hat. Alte kaputte Autos, Abgase überall, Einwegflaschen ohne Entsorgungsmöglichkeiten, entspannte Hektik, freundschaftliches streiten, feilschen um zu überleben.

Ich schlendere so durch die Straßen von Nairobi und fühle mich gut, es tut gut, hier zu sein und ich werde mit offenen Herzen empfangen. Ein Volk, dass so offen ist im Herzen und in der Seele und mich aufnimmt. So viele unglaublich interessante und schöne Menschen. Vielleicht ist das nur mein ganz eigenes Empfinden an diesem letzten Abend in Nairobi in dem ich noch einmal Teil einer Nation sein darf, die mich gerne Teil sein lässt.

Am Ende stellt sich mir die Frage, wie wir es schaffen können, diesen Menschen wirklich klar zu machen, dass wir westlichen Ignoranten zu lange diese unsere Erde ausgebeutet und gebeutelt haben. Wir kümmern uns um Abgase, Recycling, unsere Umwelt und Bildung. Warum also müssen wir diese Menschen die selben Fehler machen lassen? Es ist unsere Pflicht, etwas zu tun und ihnen unsere Fehler zu zeigen und ihnen zu helfen, es einfach besser als wir damals zu machen. Eine Nation muss nicht bei Null anfangen, es geht auch schon bei 80 von 100. WIr haben das Zeugs dazu diesen Kontinent wieder zu dem Paradies werden zu lassen, der er vor vielleicht 400 Jahren mal war.

One World – Wir sind eine große Nation die sich vor unzähligen Jahrtausenden auseinandergelebt hat. Wir können es wieder werden, wenn wir nur alle etwas dafür tun.

Danke Nairobi – Danke Rolf für die Tage, die ich diese Erfahrungen machen durfte. Sie werden mein Denken nachhaltig beeinflussen und mich im besonderen einmal mehr daran erinnern, dass das was ich habe viel ist und ich mich darin bestätigt fühlen darf, dass wenig zu haben immer noch Reichtum bedeuten kann.