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Ein Jahr StartUp – Wie fühle ich mich?

Seit über einem Jahr (seit April 2014) arbeite ich mit viel Leidenschaft für das alugha-Projekt. Anfangs als CVO (Chefspinner) und seit September, voller Stolz, als CEO. Was mit meinem Sohn Niklas (worauf ich unfassbar stolz bin) begann, birgt nun ein Zuhause für 16 feste Mitarbeiter, Werkstudenten und Freelancer. So ein StartUp ist schon super cool: Alle Ideen auf dem Tisch, alles ausprobieren, zocken, lange da bleiben, Videos anschauen, Spaß haben, die Sau rauslassen und den Tag nehmen, als wäre es der letzte Tag im Leben dieses jungen Unternehmens. Die Investoren rennen uns täglich die Bude ein und wir schwimmen so irre in Geld, dass wir es förmlich in Google AdWords und Facebook-Werbung, teure Computer und elektronische Gimmicks, in Fehlversuche und in einen Haufen anderen Scheiß verbraten können. Uns gehört die Welt, wir sind die Geilsten, uns kann keiner was, wir sind ganz vorne, und falls wir scheitern – scheiß drauf – dann wird gleich das nächste StartUp aufgebaut.

Aber halt! Das war gar nicht so bei uns! Nicht alles zumindest. Wir sind ein tolles Team, das täglich sehr hart und zielstrebig an alugha arbeitet. Wir haben keine festen Hierarchien und auch die Stühle sind nicht da, um an ihnen festzukleben. Jeder in unserem kleinen Unternehmen ist sehr wichtig und hat die Möglichkeit, etwas zu sagen. Jeder hört auch zu und wir nehmen die Meinungen von einander sehr ernst. Wir haben in der Tat täglich sehr coole Ideen und wir spielen auch mal Tischfußball und wir haben auch Spaß – ja, großen Spaß sogar! -doch wir haben auch noch einiges anderes: Zielstrebigkeit, den Willen was zu erreichen, den Weg nach oben zu gehen, etwas zu bewegen und ein Unternehmen zu kreieren, das wir einfach alle lieben. Wir sind eine eingeschweißte Truppe, die den Fokus selbst festlegt, ohne dass ein anderer extrinsisch motivieren muss und wir alle können einander vertrauen.

Wie aber kommt man an solche Mitarbeiter? Und wie fühlt sich das alles an? Zunächst zur ersten Frage: Man sucht sich Menschen, die man kennt, denen man vertraut. Es müssen nicht die engsten Freunde sein und jeder sollte – und das ist SEHR wichtig!! – auch wissen, was er tut. Er sollte DIE Kompetenz mitbringen, in dem, was er im Unternehmen tun wird. Wenn diese Hürde genommen ist, kommt noch ein ganz wichtiger Aspekt hinzu  und dieser kompensiert so einiges an der eventuellen (nichtsdestotrotz SEHR wichtigen ) Kompetenz: Die Motivation es schaffen zu wollen, gemeinsam was bewegen zu wollen, ein gemeinsames Ziel zu erreichen! Wer diesen Willen mitbringt ist der perfekte Buddy. Stell dir vor du gehst bergsteigen oder tauchen, du brauchst jemanden, dem du vertrauen kannst und dem auch bewusst ist, dass man GEMEINSAM ans Ziel kommen muss. Der weiß, dass es auch wenige bis keine Optionen gibt, einfach umzudrehen. Wenn du diese(n) gefunden hast und diese Person dann auch noch das Wissen einbringt, dann hast du eine ganz große Hürde genommen. So war und ist das bei mir und mit alugha. Alle Menschen, die hier arbeiten, verdienen großen Respekt und ich sehe alle und jeden als etwas Besonderes an. Ich wähle diese Menschen mit viel Bedacht aus und sie müssen untereinander „kompatibel“ sein. Ist das nicht gegeben, dann passen sie nicht zu uns. Ich wachse lieber langsamer, aber mit einem geilen Team, als das ich ständig umstrukturieren und meine Menschlichkeit verlieren müsste.

Nun die zweite Frage mit dem: „Wie fühlt sich das an“? Es ist geil, es ist eine Droge! Ich arbeite hart und ich liebe es jeden Tag aufs Neue. Ich komme in die Firma und mein erster Gang ist die persönliche Begrüßung meines Teams. Kurzer Smalltalk und auch mal ausführlichere Sachen. Ich „liebe“ diese Menschen um mich herum. Sie sind ein Teil von mir. Ich bin mir sicher, dass auch ich ein wichtiger Teil von alugha bin, doch es gibt viele Dinge, die ich einfach nicht so gut kann. In diesen Fällen verstehe ich auch nicht, warum man sich „Untertanen“ sucht, die nur „Ausführer“ sind. Ich suche mir Menschen, die besser sind als ich und die auch die Eier in der Hose haben, mir IHRE Meinung zu sagen. Sie zeigen mir, wenn ich falsch liege. Ich brauche keine Ja-Sager um mich herum. Ich brauche Macher. Das bedeutet aber nicht, dass ich nur Alphatiere in meinem Team habe. Es gibt auch introvertierte Menschen, die nicht alles nach außen tragen. Aber auch sie sind Macher. Sie sind das ruhige Fahrwasser, die mit den Augen eines Adlers alles beobachten. Sie kommen nicht direkt in einer Teamrunde und hauen ihre Meinung raus. Sie sind aber ebenso etwas ganz besonderes, denn sie wählen ihre Worte mit Bedacht und kommen dann zu mir. Sie legen mir ihr „Herz“ und ihren „Geist“ offen, sagen mir in einem ganz entspannten Gespräch ihre Meinung und wie sie es optimieren würden. Gemeinsam schaukeln wir das dann auch.

Wie fühle ich mich? Ich bin glücklich, denn ich bin ein Teil eines Ganzen. Hier passt ein Synonym eigentlich sehr gut. Wir sind die Borg, wir sind ein Kollektiv welches ausschließlich von Individuen geleitet wird und unglaublich gut miteinander harmoniert. Ich fühle mich gut. Ich habe großes vor mit alugha und bin (aktueller Stand) guter Dinge, dass wir einen ganz verrückten und erfolgreichen Weg miteinander gehen werden. Egal welche Hürde sich auftut, ich bin nicht alleine. Ich muss nichts alleine meistern. Ich kann auf (m)ein Team zurückgreifen. Wie alle anderen auch, lege ich meine Schwächen auf den Tisch und bitte darum, eine gemeinsame Lösung für eine schwierige Aufgabe zu finden.

Ich hadere auch nicht mit dem, was wir noch NICHT erreicht haben. Es könnte natürlich alles schneller gehen, aber hey! Es ist wie es ist. Wir lassen uns da absolut nicht aus der Ruhe bringen. alugha ist schon heute ein unfassbar geniales Produkt (ja, ich hab da VIEL mehr Einblick unter die Haube als ihr und daher kann ich das auch sagen 😉 ) und wir werden mit jedem Update unserem nächsten größeren Ziel näher kommen.

Macht nicht den Fehler und lasst euch von Zweifeln auffressen. Wenn ihr eine Idee habt, dann LEBT sie, realisiert sie und gebt nicht einfach auf! Ich habe so lange im Hintergrund mit Niklas an alugha gearbeitet und nie daran gezweifelt, dass wir irgendwann Menschen von der Idee überzeugen können.

Die Dinge passieren nicht ohne Grund

Bis zum nächsten Mal!

Bernd

Published in Gedanken / Minds

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